"Für Sie gelesen"

They tried to rock, but they failed. Der New Yorker Musikgruppe Vampire Weekend

ist natürlich auch auf ihrer zweiten LP "Contra" nichts Breitbeiniges, nichts Viriles anzumerken, selbst dann nicht, wenn man im untypischen "Cousins" einen zweieinhalbminütigen Kommentar zum Garagenrock der vergangenen Dekade zu erkennen glaubt. Dann aber gleiten die meist kurzen Songs wieder so freundlich und verspielt durch helle Tage, dass man sich fragt, welche andere Band gleichen Alters denn eigentlich "Horchata", "Holiday" oder "Diplomat's Son" nachspielen könnte, ohne Gelächter zu ernten. Denn wo blieb eigentlich der angekündigte Schwarm von Vampire-Weekend-Soundalikes, der spätestens seit letztem Jahr die Welt erobern sollte? Zu spät gegründet? Zeit zu knapp? Kein Spinett verfügbar? Auf "Contra" gibt es noch mehr pizzikates Gezupfe, Geflöte und Geklöppel, selbst der sonst oft missvergnügte Paul Simon (There, we said it! It's out there!) gab väterlichen Rat. Und durchaus tönt "Contra" noch etwas "afrikanischer" als das wundersam gewichtslose Debüt. Aber eigentlich erzählt das verführerisch kühle Cover schon die ganze Platte. (8) Jan Wigger

Quelle: Spiegel Online vom 12.01.2010

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