Der
K(r)ampf der Vampire
Volker Tackmann
Fritz L. Brüggemann
(41) wartet auf eine ganz besondere Nachricht - darauf, dass
sich Graf Dracula bei ihm meldet. Per Handy. Oder mit der Post.
Der
Blutsauger aus Transsilvanien soll eine Unterlassungserklärung
abgeben.
"Der
soll aufhören, seinen Likör unter meinem geschützten
Namen anzubieten", flucht Brüggemann. Herr Brüggemann
ist Spirituosenhändler in Essen. Sein großes Geschäft
macht er seit 1985 mit "Draculas Blut", einem Kirsch-Johannisbeer-Likör
(24
% Alkohol). Das Geschäft mit dem Grusel-Fusel (10,19 €uro)
brummt: 200 000 Flaschen setzt Brüggemann jährlich
ab.
Nun hat Brüggemann im Likörgeschäft Mitbewerber,
der von schlechten Eltern kommt: Einen Nachkommen des echten
Graf
Dracula!
Der Titel des Berliners Ottomar Berbig (63) ist mindestens so
rein wie der Alkoholgehalt des Grusel-Fuseln. 1995 wurde der
Barmixer von Prinzessin Caradja Kretzulesco, der letzten Blutsverwandten
des berüchtigten Fürsten Dracula Dracula, adoptiert.
Nun trägt er einen großen Namen, will Kasse machen
und bot "Dracula-Likör" im Internet an. Brüggemann
sah seinen Absatz in Gefahr, zog gegen den Blutsauger vor Gericht.
Dabei wird er Geduld brauchen.
Der echte Graf Dracula will sich das Geschäft mit seinem
Namen nicht verderben lassen. Der Likör-Vampir aus Essen
ist ihm schon lange ein Dorn im Auge. "Soll er mich verklagen",
wettert der Graf. "Ich habe die ältesten Markenrechte".
Wer ist denn nun der wahre Vampir? Da muss offenbar auch der
Erlebnispark "Warner Bros. Movie World" in Bottrop-Kirchhellen
noch dazulernen. "Während unserer Halloween-Nacht
haben wir Glühwein unter dem Namen Draculas Blut verkauft",
sagt Sprecherin Antje Möller (30) kleinlaut. Sofort klagte
der Likör-Vampir aus Essen eine Unterlassungserklärung
ein.
Nächste Woche müssen die Richter am Bochumer Landgericht
den K(r)ampf der Vampire entscheiden.
Fotos: Kyodo/E-Lance-Media;
IFA-Bilderteam, A. Schmidhuber, r. Tietz/NRZ, AKG, TUI, Ullstein,
dpa, AP